>Gedankenschleifen

>Meist fängt es bei einer ganz harmlosen Unterhaltung an, die allerdings nicht so anspruchsvoll sein darf, dass sie die volle Aufmerksamkeit erfordert. Oft ist es ein einziges Wort, eine Bemerkung am Rand, eine Geste, an der wir für einen kurzen Moment hängen bleiben.

Die Unterhaltung geht weiter, aber man selbst ist schon nicht mehr so ganz konzentriert dabei – man wird weggetragen – innerlich.
Die Gedanken, die sich kurz an das eine Wort, den “Auslöser” gehängt haben, schleifen weiter, ganz langsam und träge bis ein nächster Punkt kommt, an dem sie wieder einrasten – aber nur ganz kurz, um sofort wieder weiter zu schweben und weiter zu ziehen – auf eigenen Wegen.
Ein Gebilde entsteht, in dem sich Erlebnisse, Worte, Erinnerungen aneinanderreihen und bunte Schleifen in die Luft malen.

Schön, so in den Gedankenschleifen zu versinken, sie zu geniessen, sie kommen und gehen zu lassen…

Beendet werden sie entweder dadurch, dass man auf einmal angesprochen wird – und keine Ahnung hat wohin sich die wirkliche Unterhaltung entwickelt hat oder indem man an einer Schleife hängenbleibt, von der man das Gefühl hat, dass man sie seinen Mitmenschen unbedingt mitteilen sollte – weil sie direkt oder indirekt damit zu tun haben. In beiden Fällen kann es äusserst peinlich und unpassend sein…

Trotzdem – ich liebe Gedankenschleifen!

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